RM Sotheby’s stellte diesen Ferrari F50 von 1996, Fahrgestell 106715, in den Mittelpunkt seiner Auktion Sealed July 2026. Das Ergebnis bleibt vertraulich, doch seine Geschichte in drei Farben, die Classiche-Akte und der Zählerstand von 26.200 Kilometern machen ihn zu einem genauen Beispiel für die Frage der Herkunft.
Der F50 aus Sealed July im Detail
Er ist keiner der vier ab Werk schwarzen F50
Ferrari fertigte nur vier F50 in Nero DS. Dieses Exemplar, Fahrgestell 106715 und Produktionsnummer 244 von 349, verließ das Werk in Rosso Corsa und wurde über Cornes Motors in Japan ausgeliefert.
Der Unterschied zählt. Eine spätere Lackierung kann handwerklich hervorragend ausgeführt sein, sie darf aber weder als ab Werk schwarzer Wagen beschrieben noch so bewertet werden. Der Katalog von RM Sotheby’s hält die ursprüngliche Farbe und die spätere Arbeit deutlich fest.
Eine Geschichte durch drei Farben
Während seiner Zeit in Japan wurde der F50 weiß lackiert und erhielt umkehrbare Anbauten aus dem Umfeld von Liberty Walk. Die Karosserie aus Karbon blieb nach der Beschreibung der Auktion unverändert.
Nach der Ankunft im Vereinigten Königreich im Jahr 2015 kehrte der Wagen zu Rot zurück, ehe er 2016 die Zertifizierung durch Ferrari Classiche erhielt. Danach wurde er von Carrozzeria Zanasi schwarz lackiert, jenem Betrieb, der mit den Lackierungen aus dem Tailor-Made-Programm von Ferrari verbunden ist.
Zustand und Unterlagen tragen das Argument
Nach seiner Classiche-Akte behält der Wagen Fahrgestell, Motor, Getriebe und Karosserie im Original. Er zeigte knapp unter 26.200 Kilometer und erhielt im Mai 2026 die Jahreswartung bei Maranello Egham.
Der Katalog nennt zudem den passenden Transportkoffer, das Verdeck, die Überrollbügel, das Bordwerkzeug und die Bordbücher. Diese Beigaben zählen bei einem F50, weil Käufer Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit ebenso prüfen wie die Farbe.
Warum eine verdeckte Auktion das Marktsignal verändert
RM Sotheby’s schloss die Gebotsfrist am 16. Juli 2026 und erklärte, dass auf Lose aus Sealed kein Aufgeld erhoben wird und der erzielte Preis vertraulich bleibt. Diese Form kann Verkäufern und Käufern entgegenkommen, denen an Zurückhaltung gelegen ist.
Sie begrenzt zugleich die öffentliche Preisfindung. Ohne veröffentlichtes Ergebnis kann der Verkauf nicht in gleicher Weise zum nachvollziehbaren Vergleichswert werden wie eine offene Auktion. Der bleibende Wert des Katalogs liegt daher in der genauen Aufzeichnung, die er für dieses eine Fahrgestell schafft.