Auktionsvorschau

Ein einmaliger Bugatti Chiron Super Sport, geschätzt auf 4,8 Millionen Dollar

Bonhams bringt am 13. August 2026 einen Chiron Super Sport von 2024 in Glacier über Rouge Étoilé nach Laguna Seca. Einer von rund 80 gebauten Wagen, unter 1.325 Meilen, geschätzt auf 4,3 bis 4,8 Millionen Dollar.

Ansicht des Chiron Super Sport von schräg vorn auf nassem Vorplatz
Foto: Bonhams Cars .

Bonhams versteigert am Donnerstag, dem 13. August 2026, einen Bugatti Chiron Super Sport von 2024 als Los 45 der Auktion in Laguna Seca, mit einer Schätzung von 4.300.000 bis 4.800.000 Dollar. Fahrgestell VF9SW3V39RM795109 ist einer von rund 80 gebauten Super Sport, hat aus erster Hand weniger als 1.325 Meilen zurückgelegt und wurde über das Sur-Mesure-Programm von Bugatti bestellt, mit Sonderausstattung für mehr als 450.000 Dollar über dem Listenpreis. Zusammen mit dem Mistral steht er zugleich am Ende der Geschichte des W16.

Das Los und die Ausstattung

Die Auktion ist die Laguna Seca Auction, ausgerichtet am 13. August 2026 auf dem WeatherTech Raceway Laguna Seca während der Monterey Car Week. Der Wagen läuft als Premium Lot, was bei Bonhams bedeutet, dass für ihn kein Online-Gebot möglich ist und ein Bieter sich auf anderem Weg registrieren muss.

Außen trägt der Wagen Glacier mit Akzenten in Rouge Étoilé am unteren Karosseriebereich, eine Zweifarbigkeit aus dem Sur-Mesure-Programm, der höchsten Individualisierungsstufe von Bugatti in Molsheim. Ein Detail hebt der Katalog besonders hervor: Der Wagen trägt eigens gezogene Lacklinien um die Scheinwerfer, eine Ausführung, die Bonhams als neu entwickelt und an sehr wenigen Chiron ausgeführt beschreibt.

Die Räder sind das Super-Sport-Design aus Magnesium in Schwarz glänzend, mit Bremssätteln in Italian Red. Das Glasdach Sky View ist verbaut. Innen ist der Wagen in Italian Red mit Blanc-Leder über der Komfortsitzausstattung gepolstert, dazu Karbon in Matt, schwarz eloxiertes Aluminium, Sicherheitsgurte und Innenspiegel in Italian Red sowie der tanzende Elefant von Rembrandt Bugatti, in Goldfaden auf die Kopfstützen gestickt.

Was der Super Sport veränderte

Bugatti stellte den Chiron Super Sport am 8. Juni 2021 vor, die Auslieferung an Kunden begann Anfang 2022 zu einem Nettopreis von 3,2 Millionen Euro. Gebaut wurden rund 70 bis 80 Stück, einschließlich des letzten Wagens L’Ultime, womit er das Schlusskapitel der Chiron-Baureihe bildet.

Sichtbar verändert ist das Heck. Die Karosserie des Super Sport ist gegenüber dem Chiron um 25 Zentimeter verlängert, was zusammen mit einem tiefer gezogenen Abrisselement die Abrissfläche am Heck um 40 Prozent verkleinert und die Stabilität bei hohem Tempo verbessert. Entlüftungen in den vorderen Kotflügeln, Luftvorhänge und vergrößerte Einlässe vervollständigen das Paket, und Bonhams liest die Kotflügelentlüftungen als Verweis auf den EB110 der frühen neunziger Jahre.

Die Abgasanlage ist übereinander angeordnet, je zwei Rohre links und rechts des Diffusors, und das Fahrwerk erhielt eine überarbeitete Achsgeometrie, adaptive Dämpfer, eine aktive Niveauregulierung und eine Hinterachslenkung. Die Reifen sind eigens entwickelte Michelin Pilot Sport Cup 2, vom Hersteller einzeln geröntgt, auf verstärkten Aluminiumrädern.

1.578 PS, und ein Begrenzer bei 440 km/h

Der Motor ist der 8,0-Liter-W16 mit vier Turboladern, von den 1.500 PS des Chiron auf 1.600 PS angehoben, also 1.578 bhp oder 1.177 kW. Das Drehmoment beträgt 1.600 Nm. Die Kraft geht über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe an alle vier Räder.

Bugatti nennt 2,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h, 5,8 Sekunden von 0 auf 200 km/h und 12,1 Sekunden von 0 auf 300 km/h, bei einem Wagen von annähernd 2.000 Kilogramm. Bonhams gibt 2,3 Sekunden von 0 auf 60 Meilen pro Stunde an und merkt an, dass das Getriebe unter Volllast erst bei 420 km/h in den siebten Gang schaltet.

Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 440 km/h begrenzt. Der Begrenzer besteht, weil bei einem Kundenfahrzeug die Reifen die Grenze setzen, nicht der Motor. Die unbegrenzte Zahl, die alle im Kopf haben, gehört zu einer anderen Maschine: Am 2. August 2019 fuhr Andy Wallace einen Prototyp des Chiron Super Sport 300+ auf dem Gelände von Volkswagen in Ehra-Lessien auf 490,484 km/h, vom TÜV beglaubigt. Dieser Wagen stammt von jenem Prototyp ab; er ist nicht jener Prototyp.

Sur Mesure, und warum es für den Preis zählt

Sur Mesure ist die höchste Individualisierungsstufe von Bugatti, betrieben in Molsheim, und der Mechanismus, durch den zwei Wagen aus einer Serie von 80 am Ende nichts miteinander gemein haben. Bei diesem Wagen macht sie mehr als 450.000 Dollar der ursprünglichen Rechnung aus.

Diese Zahl ist der interessante Teil des Loses. In dieser Marktklasse holen Sonderausstattungen ihren Preis beim Wiederverkauf selten zurück, doch eine stimmige Bestellung kann den Kreis derer erweitern, die genau diesen Wagen wollen und nicht irgendeinen Super Sport. Die Lacklinien um die Scheinwerfer, die zweifarbige Karosserie und der in Gold gestickte tanzende Elefant sind Details, die einen Wagen auf Fotografien erkennbar machen, und das zählt bei einem Modell, dessen Exemplare meist weiß, schwarz oder silbern sind.

Der Wagen stammt aus erster Hand, wurde in den Vereinigten Staaten ausgeliefert und zeigt unter 1.325 Meilen. Zum Los gehören ein Etui mit Ersatzschlüsseln und ein Speicherstick mit Fotografien und Filmaufnahmen des Wagens während der Fertigung. Diese letzte Beigabe ist eine Kleinigkeit, doch Fertigungsunterlagen gehören zunehmend dazu, wenn ein junger Hypersportwagen beglaubigt wird.

Zwei Abschiede vom W16 in derselben Woche

Der Zeitpunkt verdient Beachtung. Dieser Chiron Super Sport wird am 13. August in Laguna Seca versteigert. Am Tag darauf steht bei RM Sotheby’s in Monterey ein Bugatti Mistral Roadster mit demselben W16 und denselben 1.578 bhp zum Aufruf, geschätzt auf 7.500.000 bis 9.500.000 Dollar. Zwei Wagen, ein Motor, eine Woche und ein Abstand von rund 3 bis 5 Millionen Dollar.

Der Abstand erklärt sich aus Stückzahl und Bauform. Bugatti baute rund 80 Super Sport und 99 Mistral, die Seltenheit ist also vergleichbar, doch der Mistral ist der einzige offene Wagen und hält den Geschwindigkeitsrekord für Roadster. Der Super Sport ist auf gerader Strecke der schnellere und im Alltag der brauchbarere Wagen, und er kostet deutlich weniger.

Wer die Werte des W16 verfolgt, liest die beiden Ergebnisse am besten zusammen. Landet der Super Sport in seiner Schätzung und der Mistral in seiner, dann sagt der Markt, dass er für die Neuheit des Roadsters einen hohen Aufschlag zahlt. Übertrifft der Super Sport seine Schätzung, dann bewerten die Käufer die Technik und nicht das Dach.

Quellen

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